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Schlacht von Sedan

Vor 150 Jahren: Der Kaiser der Franzosen ergibt sich und überreicht dem König von Preußen seinen Degen
Vor 150 Jahren: Der Kaiser der Franzosen ergibt sich und überreicht dem König von Preußen seinen Degen

Vorentscheidung in Frankreich
Außenpolitisch wurde vor 150 Jahren der Weg frei zum heutigen kleindeutschen Nationalstaat
mit Berlin als Hauptstadt
von Manuel Ruoff

Anders als die nachfolgenden beiden Weltkriege gewann Deutschland den drittletzten Krieg gegen Frankreich. Ohne die militärischen Leistungen des preußischen Generalstabs unter dessen Chef Helmuth von Moltke schmälern zu wollen, ist zu konstatieren, dass ein wesentlicher Grund hierfür darin lag, dass im Gegensatz zu den Weltkriegen im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/1871 Deutschland nicht einer Welt von Feinden gegenüberstand, sondern Frankreich alleine und isoliert war. Das war zum Teil das Verdienst des preußischen Ministerpräsidenten und Bundeskanzlers des Norddeutschen Bundes Otto von Bismarck, aber nicht nur.

Über das Eine kann gegenwärtig kein Zweifel herrschen, dass aller Welt Sympathien sich jetzt dem angegriffenen Preußen zuwenden“, schrieb die Times“ am 16. Juli 1870. Neben der öffentlichen Meinung hatten die anderen vier europäischen Großmächte neben den beiden Kontrahenten beiderseits des Rheins weitere gute Gründe, Frankreich nicht beizuspringen.

Die wohlwollendste Neutralität übte Russland. Im autokratisch regierten Zarenreich spielte die Meinung des Herrschers eine besonders große Rolle, und der Enkel Königin Luises und ihres Ehemannes Friedrich Wilhelm III. auf dem Zarenthron mochte den Bruder seiner Mutter an der Spitze Preußens.

Andererseits war er an einer Schwächung Frankreichs interessiert, da er die Ergebnisse des vom Zarenreich gegen die Westmächte verlorenen Krimkrieges revidieren wollte. Unterstützt von Preußen, das im Krimkrieg neutral geblieben war, erreichte Russland auf der Londoner Pontuskonferenz vom März 1871 tatsächlich eine Revision des Friedens von Paris, der 1856 den Krimkrieg beendet hatte.

Frankreichs Widerstand gebrochen

Vorher hatte Preußen bereits Russlands Polenpolitik maßgeblich unterstützt. Entsprechend der Alvenslebenschen Konvention vom 8. Februar 1863 hatte Preußen Russland bei der Niederschlagung des polnischen Januaraufstandes wertvolle Hilfe geleistet.

Im Gegenzug verzichtete Russland darauf, Preußen im Krieg gegen Frankreich in den Rücken zu fallen, sodass Deutschland im Gegensatz zu den Weltkriegen ein Zweifrontenkrieg erspart blieb. Das Wohlwollen des Zaren ging sogar noch weiter. So bekundete Alexander seine Bereitschaft, die Neutralität des österreichischen Nachbarn bei einem preußisch-französischen Konflikt notfalls mit Waffengewalt zu erzwingen.

Dessen bedurfte es jedoch gar nicht, denn das Habsburgerreich verzichtete 1870 auf die Möglichkeit einer Revanche. Nun zahlte sich aus, dass Preußen auf Bismarcks Drängen hin 1866 auf eine Besetzung Wiens und harte Friedensbedingungen verzichtet hatte. Der Grund für die Neutralität der Donaumonarchie lag aber auch in der ethnischen Zusammensetzung des Vielvölkerreiches.

Die Ungarn waren preußenfreundlich. Seit dem sogenannten Ausgleich von 1867 Titularnation und gleichberechtigt mit den Deutschösterreichern, hatten die Magyaren gar kein Interesse an einer Revision der Ergebnisse des von Österreich verlorenen Deutschen Krieges. Sie wussten, dass sie den Ausgleich und ihre Gleichberechtigung der Schwächung der Habsburger und der Deutschösterreicher durch den Kriegsausgang von 1866 zu verdanken hatten. Den Ungarn schwebte nicht eine Vorherrschaft der Doppelmonarchie in Deutschland, sondern auf dem Balkan vor, und da war der Gegenspieler nicht Preußen, sondern Russland. Und gegen Russland schien Preußen der ideale Verbündete zu sein.

Im Gegensatz zu den Magyaren schmerzte zwar die Deutschösterreicher der Verlust der Vorherrschaft in Deutschland, aber sie standen, wie auch die Süddeutschen, unter dem Einfluss einer erstarkenden propreußischen und antifranzösischen deutschen Nationalbewegung, die das ihre dazu beitrug, dass die durch Schutz- und Trutzbündnisse mit Preußen verbündeten süddeutschen Staaten durch die französische Kriegserklärung an Preußen den Verteidigungs- und Bündnisfall gegeben sahen und Österreich-Ungarn zumindest neutral blieb.

Wie Russland war auch Italien an einer Schwächung Frankreichs interessiert. Um bei der Geistlichkeit und den Konservativen zu punkten, hatte Frankreichs Kaiser Napoleon sich als Beschützer des Vatikanstaates profiliert und dort Soldaten stationiert, um einen Einmarsch Italiens zu verhindern, das die Ewige Stadt als Hauptstadt begehrte. Erst dadurch, dass Frankreich aufgrund der Bedrängnis aus Deutschland jeden Mann brauchte, sah es sich gezwungen, seine Soldaten abzuziehen, und ermöglichte es damit Italien, in den nun schutzlosen Kirchenstaat einzumarschieren, ihn zu liquidieren und Rom zur eigenen Hauptstadt zu machen.

Bleibt als Letztes Großbritannien. Die Lebensader der britischen Seefahrer- und Handelsnation im Allgemeinen und ihrer Hauptstadt im Besonderen ist die Themse. Traditionell empfand deshalb die britische Politik die Themsemündung als Achillesferse und es als inakzeptabel, dass eine andere seefahrende Großmacht die kontinentale Gegenküste beherrscht. Aus diesem Grunde hatte England die Unabhängigkeit und Neutralität Belgiens durch das Londoner Protokoll 1830 international garantieren lassen. Trotzdem hatte Frankreich Preußen nach dem zweiten deutschen Einigungskrieg einen Vertrag vorgeschlagen, der vorsah, dass Belgien französisch wird. Zu einem Vertragsabschluss ist es nie gekommen, doch hat Bismarck sich vom französischen Botschafter in Berlin, Vincent Benedetti, einen entsprechenden Vertragsentwurf aushändigen lassen den er am 25. Juli 1870 in der Times“ veröffentlichen ließ. Den Griff nach Belgien nahm London nicht erst 1914 den Deutschen, sondern auch schon 1870 den Franzosen übel.

Da nun also im Deutsch-Französischen Krieg Frankreich ohne Verbündete Deutschland gegenüberstand, kam die zahlenmäßig größere Bevölkerung Deutschlands zum Tragen. Verstärkend kam hinzu, dass durch die allgemeine Wehrpflicht in Deutschland von dem ohnehin schon größeren Volk auch noch ein größerer Teil militärisch ausgebildet war als in Frankreich mit seinem Berufsheer. Anders als in den beiden Weltkriegen hatte also diesmal Deutschland den Vorteil der zahlenmäßigen Überlegenheit. Hinzu kam, dass die deutschen Streitkräfte besser organisiert und deshalb früher einsatzbereit waren. Beides, zahlenmäßige Überlegenheit und frühere Einsatzbereitschaft, sorgten dafür, dass die Deutschen schnell das Heft des Handelns in die Hand bekamen. Stärker noch als in den vorangegangenen beiden Einigungskriegen wurde im dritten und letzten das Vorgehen der Preußen und ihrer Verbündeten durch den preußischen Generalstabschef Moltke bestimmt. Er verfolgte eine Strategie der Umfassung und Vernichtung.

Andere Großmächte einverstanden

Das Second Empire versammelte bei Kriegsbeginn seine Armee in zwei Großverbänden an der Grenze zu Deutschland, einen im Elsass bei Straßburg und einen in Lothringen bei Metz. Letzteren erwischte es zuerst. Er wurde zum Rückzug auf die Festung Metz gezwungen und dort eingekesselt. Nun konnte der Kaiser noch mit einem der beiden Großverbände manövrieren. Zur Wahl standen entweder ein Rückzug nach Paris, um die Hauptstadt zu verteidigen, oder der Versuch, nach Metz zu marschieren, um den anderen Großverband zu entsetzen. Da Zweifel an der Kaisertreue des Großverbandes bestanden und ein Einzug durch Rückzugsgefechte demoralisierter französischer Soldaten in die Hauptstadt vermieden werden sollte, lautete die Entscheidung, dass der Großverband die Richtung Westen marschierenden Deutschen nördlich umgeht und sich Richtung Metz bewegt.

Als Moltke das erkannt hatte, brach er den deutschen Vormarsch Richtung Westen ab und befahl einen harten Rechtsschwenk, um den französischen Großverband auf seinem Weg nach Metz abzufangen. Das gelang, und in Sedan kam es zum Aufeinandertreffen und zur Kesselschlacht. 200.000 Deutsche mit 774 Kanonen standen 130.000 Franzosen mit 564 Kanonen gegenüber. Vor 150 Jahren, am 2. September 1870, sahen sich die eingeschlossenen Franzosen gezwungen, zu kapitulieren und in die Gefangenschaft zu gehen.

Das französische Kaiserreich verfügte nun über keine Feldarmee mehr. Zusätzliche Bedeutung gewann der Sieg von Sedan noch dadurch, dass unter den kapitulierenden und gefangengenommenen Franzosen zur Überraschung der Deutschen auch der Kaiser war. Während seiner Kriegsgefangenschaft wurde Napoleon vom Kriegsgegner höflich und korrekt behandelt, bekam mit Wilhelmshöhe sogar ein Schloss zur Verfügung gestellt. Politisch überlebte der Monarch die Gefangenschaft jedoch nicht. Das lag nicht am Kriegsgegner, sondern an seinen Landsleuten. Kaum dass Napoleon nicht mehr in der Lage war, sein Herrschaftssystem zu verteidigen, wurde es gestürzt. Frankreich wurde wieder Republik, was es bis zum heutigen Tage geblieben ist.

Für den Sieger war der Ausgang der Sedanschlacht nicht weniger wichtig als für den Verlierer. Frankreich hatte mit der Schlacht noch nicht den Krieg verloren, aber die Fähigkeit, sich in die inneren Angelegenheiten seines östlichen Nachbarn einzumischen. Die Grande Nation musste froh sein, wenn es ihr gelang, ihr neues Hauptkriegsziel zu erreichen und ohne Gebietsverluste aus dem von ihr erklärten Krieg herauszukommen. Da aufgrund der oben eingehend beschriebenen, für Preußen günstigen internationalen Gesamtkonstellation keine andere Großmacht die französische Rolle des Bremsers des deutschen Einigungsprozesses übernahm, stand außenpolitisch der Gründung des kleindeutschen Nationalstaates mit Berlin als Hauptstadt, wie er mit der zumindest faktischen jahrzehntelangen Unterbrechung zwischen 1945 und 1990 bis heute besteht, nichts mehr im Wege.
 

Quelle:
© Preußische Allgemeine Zeitung www.preussische-allgemeine.de,
Ausgabe 35/20 28.08.20

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Die Schlacht von Sedan
Quelle: www.youtube.com/watch?v=qNUkZustKgc - Preussen-Mediathek

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