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Gedanken zur Zeit:
Demontage der Kultursprache Deutsch
von Wilfried Böhm

Deutliche Zeichen für die Demontage der Kultursprache Deutsch sind der stupide Umgang mit der sogenannten Rechtschreibreform und die Zerstörung der deutschen Sprache durch ein Übermaß an gezielt importierten oder gedankenlos übernommenen Anglizismen, die auch von staatlicher Seite betrieben, zumindest aber hingenommen wird. Hinzu kommt die von kulturpolitisch verantwortlichen Repräsentanten des Staates erklärte Abwertung der deutschen Sprache zu einer Art „Feierabendsprache“ neben der „Arbeitssprache“ Englisch, wie das unlängst durch Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Günther Oettinger geschehen ist. Hierzu gehört auch die Forderung nach Englischunterricht von der ersten Klasse an, den ausgerechnet die Bundesbildungsministerin Annette Schavan erhob. Wenn die Kinder im Grundschulalter besonders aufnahmefähig sind, wie das die Frau Ministerin richtig feststellt, dann müßten sie gerade in diesem Alter in der Muttersprache sattelfest werden, denn diese ist Ausdruck unverwechselbarer Identität, des Denkens und Fühlens und damit der Kultur. Auf solcher festen Grundlage ist dann das geistige Abenteuer einer oder mehrerer Fremdsprachen zu bewältigen, ohne die eigene kulturelle Persönlichkeit zu relativieren.

Die Dekadenz [Der Verfall] der deutschen Sprache geht einher mit zunehmender Alterung der Bevölkerung und rapidem Geburtenrückgang. Diese beiden Probleme sind nunmehr in das öffentliche Bewußtsein gedrungen, nachdem sie weit mehr als zwei Jahrzehnte aus ideologischen Gründen unter den Verdacht einer reaktionären „Bevölkerungspolitik“ gestellt und nur sehr zögerlich diskutiert worden waren. In jüngster Zeit zieht auch die Sprachproblematik zunehmendes Interesse auf sich. Nicht zuletzt ist das auf den 1997 vom Dortmunder Statistik-Professor Walter Krämer gegründeten „Verein Deutsche Sprache (VDS)“ zurückzuführen, dem sich mittlerweile mehr als 25.000 Mitglieder angeschlossen haben.

So antwortete der Bevölkerungswissenschaftler Professor Herwig Birk gegenüber der „Berliner Zeitung“ auf die Frage, was ihn mehr berühre „als die Frage nach dem Aussterben“, wie folgt: „Das Verschwinden der deutschen Sprache und mit ihr des klaren Denkens. Das geschieht in einem weitaus atemberaubenderen Tempo als das demographische Verschwinden der Bevölkerung selbst ... Die Welt wird sehr viel ärmer, wenn es keine deutsche Kultur mehr gibt. Nehmen Sie große Ideen, wie die des „Weltfriedens“ von Immanuel Kant. Man kann auf vieles verzichten, aber wenn man die zentralen Grundbegriffe verliert, weil niemand mehr Deutsch liest, dann ist das, als beseitige man in einem Haus die Grundmauern.“

Zu der stümperhaften Rechtschreibreform stellte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) fest, sie sei „ein famoses Beispiel dafür, wie mühsam die Politik gelegentlich Lösungen für Probleme sucht, die sie selbst ohne Not geschaffen hat“. Er kommentierte damit den am vorletzten Donnerstag gefaßten Beschluß der Kultusministerkonferenz, einige der am meisten kritisierten groben Mängel der Rechtschreibreform wieder zu beseitigen und zugleich „wahlweise“ Lösungen dort zu erlauben, wo einige reformierte Schreibweisen dem Schreibempfinden allzusehr entgegenstanden. Der niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann (CDU) meinte nach dem Änderungsbeschluß: „Wir sind am Ende eines qualvollen Weges.“

Die 1996 von Staaten des deutschen Sprachraums beschlossene Rechtschreibreform, die für Ämter und Schulen vom 1. August 1998 an gilt und deren Ziel es war, die Rechtschreibung zu vereinfachen, wurde zu einer politischen Blamage, an deren Ende die Auflösung der Einheitlichkeit der Rechtschreibung in diesem deutschen Sprachraum stehen könnte. Jedenfalls ist die „Ruhe an der Rechtschreibfront“ noch nicht abzusehen, und statt eines Reglements zeichnet sich ein Durcheinander ab. Was von alledem als politische Erkenntnis bleibt, ist die Tatsache, daß die Verantwortlichen in Deutschland mit der deutschen Sprache und damit mit dem zentralen Gut deutscher Kultur leichtfertig umgehen.

Für die Lösung des Problems bleibt nur der Blick zu unserem Nachbarn Frankreich, der, vor den gleichen Problemen stehend, sich 1994 entschlossen hat, seine Sprache gesetzlich zu schützen. Das nach dem damaligen Kultusminister Jacques Toubon benannte Gesetz (loi Toubon) wurde seinerzeit in Deutschland als „Sprachchauvinismus“ verächtlich gemacht, erst jetzt gewinnt es auch bei uns Interesse. Die Meldung, daß ein Gericht in Versailles einen US-Konzern zu 580000 Euro Strafe verurteilt hat, weil die Firma ihren französischen Mitarbeitern nicht alle Unterlagen und Computerprogramme übersetzt, fand keine bösartige, sondern eher verständnisvolle Kommentierung. Das Sprachgesetz hat in Frankreich zu einer besseren Bewahrung der Sprache beigetragen, zumindest ein Problembewußtsein geschaffen, wie es in Deutschland nicht vorhanden ist. Erstaunt nimmt der Deutsche zur Kenntnis, daß es in 120 Ländern der Welt Gesetze zum Schutz der Sprache gibt. Deutschland ist auf diesem Gebiet ganz offensichtlich ein Entwicklungsland, das auf diesem politischen Weg zur eigenen Sprache finden sollte.

Die Aufnahme der deutschen Sprache in das Grundgesetz („Die Sprache der Bundesrepublik Deutschland ist Deutsch“) sollte der Sprache Verfassungsrang geben, und auf dieser Grundlage sollte ein weltoffenes, der eigenen Kultur verpflichtetes Gesetz zum Schutz der deutschen Sprache vom Deutschen Bundestag beschlossen werden.

Quelle:
Preußische Allgemeine Zeitung, Ausgabe 10/06 vom 11.03.2006


 
 
 
 
 

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