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Polens Beitrag 1939

 


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Polens Beitrag zum Kriegsausbruch 1939
In der Zweiten Republik träumten viele von einem Sieg über Deutschland – Die deutsche Minderheit wurde brutal behandelt
Ein Beitrag von Heinz Magenheimer

Die deutsch-polnischen Spannungen reichen bis in die Frühzeit der Weimarer Republik zurück. Getragen vom leidenschaftlichen Wunsch nach Wiedererrichtung eines polnischen Staates, schien 1919 für manche Kreise die Stunde gekommen zu sein, um Polen als Großmacht neu zu errichten. Manchen Aktivisten schwebte sogar die Wiedergeburt des litauisch-polnischen Reiches aus dem 16. Jahrhundert vor. Der Vertrag von Versailles hatte Polen den sogenannten Polnischen Korridor eingebracht, womit Ostpreußen vom deutschen Staatsgebiet getrennt wurde, während man aus Danzig eine „freie Stadt“ unter Aufsicht des Völkerbundes machte.

Marschall Josef Pilsudski errichtete im Mai 1926 ein autoritäres Regime, das starke expansionistische Absichten an den Tag legte. So strebte Pilsudski 1932/1933 gemeinsam mit dem verbündeten Frankreich einen Präventivkrieg gegen Deutschland an, der große Landesteile unter polnische Herrschaft bringen sollte. Noch im Herbst 1933 trug sich Pilsudski mit Präventivkriegsabsichten, um beispielsweise Schlesien und Danzig zu gewinnen. Die treibende Kraft hinter diesen Ambitionen war der sogenannte „Westmarkenverein“. Es gab Stimmen, die einen Krieg mit Deutschland für unvermeidlich hielten: Man werde eine neue Schlacht von Tannenberg in den Vorstädten von Berlin schlagen, hieß es unter Anspielung auf einen polnisch-litauischen Sieg im Jahre 1410 über den Deutschen Orden.

1934 wurden Bildpostkarten gedruckt, die König Boleslaw den Tapferen – gestorben 1025 – vor einer Karte des polnischen Staatsgebietes zeigten, auf dem Brandenburg, Lübeck, Schlesien, Pommern, Ost- und Westpreußen zu erkennen waren. Man forderte die Gewinnung der Oder als „natürlicher Grenze“ und der gesamten Küstenlinie von Stettin bis Riga. Diesen expansionistischen Tendenzen im Äußeren entsprach eine extrem nationalistische Mentalität im Inneren.

Die Unterdrückung der im Jahre 1919 noch über rund zwei Millionen Deutschen in den Westgebieten nahm ab März 1939 immer schärfere Formen an. Schon am 23. März kam es in Bromberg zu Ausschreitungen, wobei auch deutsche Bauernhöfe des Nachts angegriffen wurden. An diesem Tag ordnete die polnische Regierung eine Teilmobilmachung der Armee an. Am 26. März lehnte sie die deutschen Vorschläge über den Status von Danzig und eine exterritoriale Bahn- und Straßenverbindung nach Ostpreußen endgültig ab.

Die britische Garantieerklärung an Polen vom 31. März 1939 sorgte im Lande für einen sprunghaften Anstieg an Euphorie. Die Garantie erschien in den Augen einiger Beobachter, auch des britischen Botschafters in Berlin, Neville Henderson, als schädlich, da man damit Polen einen „Blankoscheck“ ausgestellt habe. Später kritisierten britische Historiker diesen Schritt, da sich Großbritannien an den Willen des autoritären Warschauer Regimes gekettet habe. So lehnte Außenminister Józef (Josef) Beck am 5. Mai die deutschen Forderungen nochmals ab und  bezeichnete den durch Versailles geschaffenen „Korridor“ als altes polnisches Land. Es folgten britische Garantien an Rumänien und Griechenland beziehungsweise ein Abkommen über Hilfeleistung an die Türkei. Der frühere Premier Lloyd George nannte diese Garantien „nackten Irrsinn“.

In Polen kam es zu zahlreichen Entlassungen deutscher Arbeiter in Landwirtschaft und Industrie. Am 13. Mai ging der Mob gegen die Deutschen in Tomaszow 55 Kilometer südöstlich von Lodsch vor. In dieser Stadt lebten 42.000 Menschen, darunter 3.000 Deutsche. Am Ende war ein deutsches Mordopfer zu beklagen. Hunderten von Deutschen waren die Fensterscheiben zerschlagen worden, worauf diese in die nahen Wälder flüchteten. Die Behörden schlossen die deutsche Schule in Posen und verboten Einrichtungen der Minderheit, wobei sie erklärten, daß die Einrichtungen ein gewisses Ausmaß an Tätigkeit überschritten hätten. Das deutsche Theater in Teschen mußte seinen Betrieb einstellen. Lehrer, Beamte und Pastoren traf die Entlassung wegen „staatsfeindlicher Gesinnung“. In Oberschlesien wurde sogar der katholische Gottesdienst in deutscher Sprache verboten, da er angeblich die öffentliche Ordnung störte.

Inzwischen setzte im britischen Außenministerium Ernüchterung über die starre Haltung Polens ein. Man entsandte im Juni zwei ranghohe Beamte nach Polen, um die Lage zu sondieren. Sie berichteten, daß die antideutsche Stimmung derart aufgeheizt sei, daß im Kriegsfall ein furchtbares Massaker an den Volksdeutschen zu befürchten sei. Der polnische Generalstab rechnete zwar mit deutschen Anfangserfolgen, doch am Ende werde man mit Hilfe der Westmächte siegen und die deutschen Gebiete bis zur Oder annektieren. Auch „Umsiedlungen“ kämen in Frage. Die maßlose Selbstüberschätzung ging so weit, daß Marschall Edward Rydz-Smigly schon ein Gemälde in Auftrag gab, das ihn als Sieger unter dem Brandenburger Tor zeigte. Obwohl diese Euphorie von der britischen Regierung mit großem Unbehagen registriert wurde, rückte sie nicht mehr von ihrer Garantie ab, da sie einen Gesichtsverlust fürchtete.

Kurz vor Kriegsbeginn verschärften sich die Ausschreitungen gegen Volksdeutsche. Diese reichten von Mißhandlung über Kastration bis Vergewaltigung. Henderson schlug vor, die Übergriffe im Unterhaus zur Debatte zu stellen und mit einer Warnung an die polnische Regierung zu verbinden. Auch dieser Vorschlag verfiel der Ablehnung. Am 20. August schrieb die Warschauer „Depesza“: „Das deutsche Blut wird in einem kommenden Krieg in solchen Strömen vergossen werden, wie es seit der Entstehung der Welt noch nicht geschehen ist.“ Polnische Marodeure zogen durch das Grenzland, setzten deutsche Bauernhöfe in Brand, drangsalierten die Bewohner und verletzten mehrfach die Grenze. Tausende von Deutschen wurden festgenommen und verschleppt. Immer mehr Volksdeutsche ergriffen die Flucht.

US-Präsident Franklin D. Roosevelt, der bereits am 24. August vom Inhalt des deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrages und des geheimen Zusatzprotokolls Kenntnis erhielt, hätte den Frieden womöglich erhalten können. Er wußte, daß Polen im Falle eines Krieges die Aufteilung zwischen Deutschland und der Sowjetunion drohte, tat aber nichts, um die Regierung in Warschau zum Einlenken zu bewegen. Offenbar setzten manche Akteure alles daran, um ein „zweites München“ zu vereiteln.         

Quelle:
Preußische Allgemeine Zeitung / Das Ostpreußenblatt Ausgabe 37 / 16.09.2006, Seite 21

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weitere Informationen:
Fakten, Zitate, Dokumente - Auszug aus der VGG-Verfassungsbeschwerde vom 10.12.1992
http://www.oberschlesien-aktuell.de/presse/aktuell/kriegsschuld.htm;

Die Deutschen in Polen 1918-1939 - Vortrag von Prof. Hartmut Fröschle
www.ostpreussen-nrw.de/Info/Landesgruppe/2012/Vortrag-Froeschle.htm


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