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Foto: Natalia Lvova
 
 

Russland - Deutschland: Schicksalswege
Kaliningrad – die am meisten deutsche Stadt Russlands
von Michail Pawlow

„Kaliningrad (Königsberg) – die am meisten deutsche Stadt Russlands“. Unter diesem Titel findet im Russischen Deutschen Haus in Moskau eine Fotoausstellung statt. Ihre Autorin ist die Fotokorrespondentin Natalia Lwowa. Sie ist Autorin von mehr als 2.500 Fotoarbeiten und dreier Einzelausstellungen. Sie ist Mitglied des Künstlerverbandes Russlands. Ihre neue Ausstellung ist Kaliningrad gewidmet. Sie zeigt uns die Stadt von einer etwas ungewöhnlichen Seite her – ohne Verschönerung, real, so wie sie ist.

Das Gebiet Kaliningrad ist das einzige Territorium, das keine gemeinsame Grenze mit dem Hauptterritorium Russlands besitzt, und auch die einzige Stadt mit „teutonischer Vergangenheit“. Das Schloss Königsberg wurde im Jahr 1255 vom Magister des teutonischen Ordens Peppo Ostern von Wert geint und dem tschechischen König Przemysl Ottokar II. (1230-1278) gegründet und war lange Zeit das Zentrum von Ostpreußen. Auf Beschluss der Potsdamer Konferenz wurde im Ergebnis des Zweiten Weltkrieges der nördliche Teil Ostpreußens mit der Hauptstadt Königsberg an die UdSSR übergeben.

Umgeben von europäischen Staaten, bewahrte die Stadt, ungeachtet der im Krieg erlittenen Zerstörungen, in bedeutendem Maße Züge des europäischen Stils. Hier wurden der große Philosoph Immanuel Kant und der Schriftsteller der Romantik Ernst Theodor Amadeus Hoffmann (E. T. A. Hoffmann) geboren. Diese Persönlichkeiten, aber ebenso die Tatsache, dass Königsberg über viele Jahre ein Ort historischer und politischer Kollisionen war, machten es zu einem geheimnisvollen, wenn nicht gesagt mystischen Anziehungspunkt für unzählige Wissenschaftler, Historiker, Touristen und sogar Schatzgräber.  Durch die halbzerstörten Gebäude, die von Schatzgräbern durchwühlte Erde und das alte Straßenpflaster hindurch scheinen sich quasi die Umrisse des Bernsteinzimmers, teutonischer Kreuze, spurlos verschwundener Schätze des Dritten Reiches und übriger Werte des historischen Erbes von Kaliningrad abzuzeichnen. Von der Suche nach ihnen ist fast jeder zweite Bewohner dieser erstaunlichen Stadt besessen.

Der Autorin der Foto Ausstellung Natalia Lwowa, die sich 6 Jahre lang mit Kaliningrad vertraut machte, ist es gelungen, die besondere Stimmung der Stadt widerzugeben – ihre Gegensätze, die künstliche Verbindung von Inhalt und Form, die beharrliche Rückkehr zur Vergangenheit und das Streben in die Zukunft.

Natalia wurde in Moskau geboren und lebt auch dort. Ihr Berufsleben begann sie als Gestalterin, parallel hierzu begeisterte  sie sich für die Fotografie. Ihre wahre Berufung offenbarte sich, als sie die Arbeit in einer Kreiszeitung aufnahm.

„Für eine Einwohnerin Moskaus war das Leben eines Stadtbezirks unwahrscheinlich interessant. Später hatte ich Glück, ich ging zur Zeitung ‚Moskowskaja Prawda‘. Das war bereits eine ernsthafte Aufgabe. Der Reporter einer Tageszeitung ist ein Fotograf für alles: ein Tierfotograf, ein Theaterfotograf, ein Sportfotograf. Kurz gesagt, egal wie, aber man muss Fotos bringen. Später arbeitete ich als Fotokorrespondentin für die Zeitschriften ‚Politbüro‘ und ‚Profil‘. Es gab viele interessante Dienstreisen, und allmählich trat der künstlerische Teil in den Hintergrund – es galt tatsächlich, das Fotografieren zu erlernen. Für mich ist es immer noch ein sehr wichtiges Thema – was ist Fotografie.“

Die Frage, weshalb Kaliningrad, beant wortete Natalia damit, dass sie sich als Mensch fügen und dorthin fahre müsse, wohin man sie als Korrespondentin und Journalistin schicke. Die Themen sind dadurch bedingt. Nicht alle Fotos, die während der Dienstreise entstanden, wurden in die Zeitschrift aufgenommen. Jene, die sie eigenständig machte, sind in der Ausstellung vertreten.

„Das sind gewisse Empfindungen zu ‚Übrigens‘“, sagt Natalia Lwowa. „Zum Beispiel brauchte keiner das unglückliche Kind, das am Fenster der von Rittern des teutonischen Ordens im Jahr 1012 erbauten Georgienburg steht. Wir wussten stets, dass in diesem halbzerstörten Schloss seit langem eine Großmutter mit zwei Enkeln wohnt. Das ist sehr seltsam, die Zeit scheint stillzustehen. Man hätte in dieser stillstehenden Zeit verweilen können, man hätte sich in ihr verlieren können … Das Foto entstand im Jahr2005, aber wenn Sie heute dorthin kommen, so wird es genauso sein. Die Obdachlosen von dort zu vertreiben, ist schwierig, es ist schwierig, die Siedler von dort zu vertreiben, sie sind quasi schon die Gespenster des Schlosses geworden, und sie nehmen von den Touristen, besonders den deutschen, gern Geld für ihre herzergreifenden Geschichten, die sie ihnen erzählen.“

Eine Fotoserie ist der Frischen Nehrung, einer Ostsee-Landzunge, gewidmet. Diese einmalige Naturerscheinung gehört zwei Staaten: der nördliche Teil – Russland, der südliche – Polen. Diese Landzunge ragt 65 Kilometer weit ins Meer hinein, sie ist 300 bis 1 800 Meter breit.

Vor dem Zweiten Weltkrieg  richteten die Deutschen dort einen Flottenstützpunkt ein, und 1934 erbauten sie für die Luftwaffe den Flugplatz Neutief, wozu sie vor Ort extra ein Betonwerk errichteten. Der Flugplatz wurde 1939 in Betrieb genommen, hier landeten gewöhnliche Flugzeuge. Es gab auch eine Landestelle für Wasserflugzeuge mit spezieller Beleuchtung. Die Landepisten wurden unter einem Winkel von 45 Grad angelegt, das erlaubte ihre Nutzung unter beliebigen Witterungsbedingungen und bei beliebiger Windrichtung. Drei riesige Betonhallen für die Flugzeuge und zwei Hallen aus Metallkonstruktionen zur Aufbewahrung anderer Technik blieben, wie Augenzeugen berichten, auch nach dem Krieg erhalten.  (Siehe Foto oben.)

Am 26. April 1945 landete im nördlichen Teil dieser Landzunge  die sowjetische Marineinfanterie. Bis in die jüngste Zeit befand sich das Territorium der Landzunge in der Kompetenz der Armee, für Zivilisten blieb sie gesperrt. Die Einheimischen hatten ihre Arbeitsplätze, die Straßen waren beleuchtet, die Fähren zum Festland fuhren regelmäßig. Nach 1947 waren hier 5 Wasserflugzeuge des Typs „Katalina“ stationiert. Später wurden Amphibienflugzeuge des Typs „Be-4“ dorthin verlegt. Doch vor mehreren Jahren zog das Militär ab und alles veränderte sich. Die Gebäude verfallen, die Straßen wurden unbefahrbar. Heute hoffen die Einheimischen auf eine Rückkehr des Militärs, damit alles wieder ins Lot kommt.

Die Frische Nehrung ist eine malerisch schöne Landschaft. Jedes Jahr zieht sie unzählige Touristen an. In der Regel kommen die Touristen mit ihren Zelten oder Campingwagen, besonders an jenen Tagen, wenn hier das Liederfestival der Barden „Uchana“ stattfindet. Die Einheimischen sagen, die Landzunge beeinflusse den Menschen positiv, man könne hier stundenlang stehen und aufs Meer schauen.

Natalia Lwowa arbeitet gegenwärtig beim Journal „Odnako“. Die Frage, ob Kaliningrad mehr eine russische oder mehr eine deutsche Stadt sei, beantwortete sie mit einem Zitat ihres Kollegen, des Sonderkorrespondenten Barchtiar Achmedchanow:

„Dieses Land bleibt auch heute die Heimat jener, die hier seit langem nicht mehr leben. Sie wurde nicht die Heimat jener, die sich hier vor fast 70 Jahren niederließen. Seitdem hat sich nichts geändert. Zwei parallele Realitäten können sich zuweilen kreuzen, aber niemals zu einer verschmelzen.“ Sicher ist es so …

Hören Sie die vollständige Version

Quelle:
Radio "Stimme Russlands", deutsch, 05.02.2012,
http://german.ruvr.ru/radio_broadcast/49199954/65385029.html

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