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Vor anderthalb Jahren, beim Baubeginn des Dokumentationszentrums der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung, war die Welt noch in Ordnung: Stiftungsdirektor Manfred Kittel, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die damalige Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD).
Vor anderthalb Jahren, beim Baubeginn des Dokumentationszentrums der Stiftung Flucht,
Vertreibung, Versöhnung, war die Welt noch in Ordnung: Stiftungsdirektor Manfred Kittel,
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die damalige Präsidentin des Bundes der Vertriebenen,
Erika Steinbach, Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und Bundestagsvizepräsident
Wolfgang Thierse (SPD).

Wenn das „Sichtbare Zeichen“ verblasst
Ein Kommentar von Gernot Facius

Um es vorweg zu sagen: Der Nachfolger von Erika Steinbach ist nicht zu beneiden. Kaum einen Monat im Amt, steht Bemd Fabritius, der neue Präsident des deutschen Bundes der Vertriebenen (BdV), vor der ersten Bewährungsprobe. Wird es dem Siebenbürger Sachsen gelingen, den Streit zu beenden, den der Wissenschaftliche Beirat der Bundesstiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" vom Zaun gebrochen hat, um den ungeliebten Stiftungsdirektor, Professor Manfred Kittel, zu Fall zu bringen? Vordergründig spielen - vermeintliche - Fehler bei der Konzeption einer Ausstellung, vielleicht noch stärker Kommunikationsmängel zwischen Kittel und den Experten, eine Rolle. Solche Probleme müßten sich, sollte man annehmen, bei einigermaßen gutem Willen aller Beteiligten ohne öffentliches Getöse und Durchstechereien zu Medien lösen lassen. In der Causa Kittel offenbar nicht mehr. Denn hier geht es längst wieder um die alte Frage: Soll die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg „der Schwerpunkt der geplanten Dauerausstellung im Deutschlandhaus an der Berliner Stresemannstraße sein oder nur „ein" Schwerpunkt?

Die Darstellung dieses monströsen Verbrechens soll, darin waren sich die Berliner Politiker mit den Wissenschaftlern einig, in einen „internationalen Kontext" eingebettet werden. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Wenn, ja wenn diese Kontextualisierung nicht gezielt dazu benutzt würde, die Vertreibung der Ost- und Sudetendeutschen mit einem unhistorischen Ursache-Wirkung-Schema einseitig als logische Folge der nationalsozialistischen Politik zu erklären und damit zu relativieren.

Es ist alles in allem eine komplizierte Gemengelage, in der sich ein Mann wie Manfred Kittel behaupten mußte. Er steht seit seinem Amtsantritt unter Dauerbeobachtung einer Gedankenpolizei, obwohl er an dem Grundgedanken des Stiftungsprojekts, den Blick auch auf andere Opfer "ethnischer Säuberungen" in aller Welt zu richten, nie etwas auszusetzen hatte. Doch seine Gegner störten sich an etwas anderem. Für Manfred Kittel war, und das ehrt ihn, immer klar Ausgangspunkt der deutschen Debatte war nun mal die Vertreibung und die Flucht von etwa 14 Millionen Landsleuten. Und er vergaß nicht zu erwähnen, daß es „wichtige geistige Vorläufer" von Vertreibungsideen schon sehr früh, vor dem Ersten Weltkrieg, gab, und das Rad dann immer weitergedreht" wurde. Die Fokussierung auf das Leid der deutschen Opfer stört so manchen „Experten“. Warum? Weil man vor allem Polen und der Tschechischen Republik nicht allzu fest auf die Füße treten möchte. Sie, beziehungsweise ihre Nachkriegsregierungen, sollen quasi freigestellt werden von eigener Schuld: sie hätten ja nur Beschlüsse der Potsdamer Konferenz vom Sommer 1945 exekutiert. Überhaupt wird einiges, etwa Polen betreffend, gerne unter den Tisch gekehrt. Wie war das mit den polnischen Kriegshandlungen 1920 / 21, beispielsweise in der Ukraine, der Okkupation Oberschlesiens und dem Einmarsch in das Olsa-Gebiet 1938? Wie sehr hat Warschau von dem sonst so verteufelten Münchener Abkommen profitiert? Alles vergessen?

Zugegeben, die beiden prominenten polnischen Mitglieder des wissenschaftlichen Beirates, Piotr Madajczyk und Krzystof Ruchniewicz, die mit Direktor Kittel Kontroversen austrugen, haben es nicht leicht. Auf ihnen lastet auch massiver Druck aus der Heimat. Warschauer Zeitungen haben sie wegen der Mitwirkung an dem deutschen Stiftungsprojekt des Verrats an der nationalen polnischen Sache bezichtigt. Es ist eben viel Geschichtspolitik im Spiel. In der Regel zu Lasten der von der Vertreibung betroffenen Deutschen. Man muß (noch) nicht so weit gehen wie der Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Bernd Posselt der angesichts der aktuellen Streitigkeiten die Verwirklichung der Berliner Dokumentationsstätte, über Flucht und Vertreibung für gefährdet hält. Aber in einem wird man ihm nicht widersprechen: Sollte Direktor Kittel aufgrund der Dauerquerelen abgelöst werden und ein dem Beirat genehmerer Historiker auf den Chefstuhl gehievt werden, droht der Stiftung ein schweres Akzeptanzproblem: „Wenn sich in den Landsmannschaften das Gefühl verbreitet, die Bundesstiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ sei zum Spielball ideologischer Auseinandersetzungen geworden, verliert dieses wichtige Projekt womöglich seinen Sinn.“

Ähnlich auch der stellvertretende CSU-Vorsitzende, Bundesagrarminister Christian Schmidt, im Deutschlandfunk: Falls die Vorwürfe gegen Kittel ideologisch motiviert seien, habe das Thema die Politik erreicht. Natürlich habe eine deutsche Stiftung, europäisch ausgerichtet, sich vor allem mit der Vertreibung der Sudetendeutschen, Schlesier etc. zu beschäftigen. Schmidt stellte klar, was in der Diskussion der vergangenen Wochen zu wenig beachtet worden ist: Es ist nicht Aufgabe des Wissenschaftlichen Beirates, Personalpolitik zu betreiben, also die Abberufung des Stiftungsdirektors zu verlangen, denn das fällt in die Kompetenz des Stiftungsrates. Gut gebrüllt, Löwe! Die spannende Frage ist freilich, wie sich dieses Gremium verhalten wird. An seiner Spitze steht Angela Merkels Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Sie hat schon nach den Sticheleien gegen Professor Kittel zu erkennen gegeben, daß es "Veränderungen" geben soll. Die Unions-Dame möchte aus koalitionspolitischen Gründen Ruhe an dieser (Geschichts-)Front. Wie wird der BdV-Vorsitzede Fabritius, seit einem Jahr für die CSU im Bundestag, sich verhalten? Er hat, anders als seine Vorgängerin Erika Steinbach (CDU), Sitz und Stimme im Stiftungsrat; Steinbach wurde bekanntlich bewußt von diesem Gremium ferngehalten. Wird Bernd Fabritius kämpfen oder wird er sich am Ende der Partei- beziehungsweise Fraktionsräson fügen? Kein Zweifel: Es kommt einiges zu auf den neuen Mann an der Spitze des BdV. Aber nicht nur auf ihn. Der Ausgang der Causa Kittel, und unabhängig von ihr die weitere Gestaltung des sogenannten „sichtbaren Zeichens gegen Flucht und Vertreibung", wird Aufschluß darüber geben, wie ernst die Berliner (und natürlich auch Münchener) Solidaritätsbekundungen mit den Opfern von Vertreibung und Flucht gemeint sind - und welchen Einfluß, welche Relevanz, BdV und Landsmannschaften noch haben.

Quellen:
Foto: www.welt.de/geschichte/article134267760/...;
Text:
Sudetenpost Folge 12 vom 11. Dezember 2014;
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