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Für ein geeintes Europa
Gastkommentar von Erika Steinbach

Die Charta der Heimatvertriebenen ist ein Dokument der Versöhnung. Es gibt darin weder Schuldzuweisungen noch Aufrechnung. Wohl ist es wahr, dass niemand ein Recht auf "Rache und Vergeltung" hat. Das unterstreiche ich nachdrücklich. Aber dieser Satz war von den wenigen Autoren an das Millionenheer der Vertriebenen als Botschaft, als Mahnung gerichtet. Er hatte in der damaligen Zeit einen tiefen Sinn.

Wie sah denn Deutschland und die Lage der Heimatvertriebenen 1950, im Jahr der Verkündigung der Charta, aus? Das Land lag noch weitgehend in Trümmern. Zu den obdachlosen und hungernden Einheimischen waren in den Westen Deutschlands bis zu diesem Zeitpunkt achteinhalb Millionen Vertriebene gekommen. Ohne jede Habe und zutiefst traumatisiert.

Abgelehnt und häufig genug geschmäht von den Einheimischen. Die Proklamation der Charta am 5. August 1950 war die erste gemeinsame politische Willenserklärung der Vertriebenen. Politik und Medien sahen dieser Veranstaltung mit Spannung, aber auch mit Sorge entgegen. Es gab Befürchtungen, dass sich die Entwurzelten radikalisieren könnten.

"Die Verzweiflung der Vertriebenen ist nicht zu beschreiben", berichtete die "Neue Zürcher Zeitung". Sie habe sich nur deshalb noch nie in Verzweiflungsakten geäußert, weil sie gepaart sei mit einer aus Hoffnungslosigkeit geborenen Apathie. Ruhe und Ordnung seien jedoch nur unter einer dünnen Decke bewahrt, die jederzeit brechen könne. Dieser Befund beschrieb die Realität. Der überwiegende Teil der Vertriebenen fristete zu dieser Zeit das Leben in Lagern und Notunterkünften. Über ein Drittel der Arbeitsfähigen war ohne Arbeit, ein weiteres Drittel berufsfremd oder als Hilfsarbeiter weit unter eigener Qualifikation tätig. Zu diesem Zeitpunkt, im Jahre 1950, waren sie offenkundig die "vom Leid dieser Zeit am schwersten Betroffenen" in Deutschland. Umgeben von weitgehender Mitleidlosigkeit. Die Menschen begannen die Geduld zu verlieren. Der offensive, so sehr kritisierte Satz "Wir verzichten auf Rache und Vergeltung" war nicht nur eine Botschaft nach außen, sondern vielmehr noch eine Aufforderung nach innen. Er war an die Schicksalsgefährten selbst gerichtet, solche Gefühle im Herzen nicht wachsen zu lassen, ihnen zu widerstehen.

Dieser Botschaft ist der Satz angefügt: "Dieser Beschluss ist uns ernst und heilig im Gedenken an das unendliche Leid, welches im Besonderen das letzte Jahrzehnt über die Menschheit gebracht hat." In diesen Worten sind alle Menschen aller Völker umfangen. Wer auch immer beklagt, dass die Opfer des Nationalsozialismus ausgeblendet seien, hat diesen Satz überlesen.

Die wegweisende, ihrer Zeit vorauseilende Botschaft der Vertriebenen damals aber war das postulierte Engagement für ein friedliches und geeintes Europa. "Wir werden jedes Beginnen mit allen Kräften unterstützen, das auf die Schaffung eines geeinten Europa gerichtet ist, in dem die Völker ohne Furcht und Zwang leben können. Wir werden durch harte, unermüdliche Arbeit teilnehmen am Wiederaufbau Deutschlands und Europas" ist als Selbstverpflichtung postuliert.

Erika Steinbach ist seit 1998 Präsidentin des Bundes der Vertriebenen.

Sie antwortet auf einen Essay des Publizisten Ralph Giordano, den wir am 4. August auf dieser Seite veröffentlich haben.

Quelle:
Welt Online, Gastkommentar, 10.08.2011,
www.welt.de/print/die_welt/debatte/article13536128/Fuer-ein-geeintes...

 

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weitere Informationen:
05.08.2011: Die Vertreibung ist vom Holocaust nicht zu trennen
Die "Charta der deutschen Heimatvertriebenen" ist ein Zeugnis deutscher Verdrängungskünste. Der Bund der Vertriebenen muss sich von ihr distanzieren.
www.welt.de/debatte/kommentare/article13523435/Die-Vertreibung-ist-vom-Holocaust-nicht...


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