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Die größte maritime Rettungsaktion aller Zeiten
Beim »Unternehmen Hannibal« evakuierten über 1.000 Schiffe 2,5 Millionen Ostdeutsche
von Wolfgang Kaufmann

Während der 106 Tage zwischen dem 25. Januar 1945 und dem 9. Mai 1945 evakuierte die deutsche Kriegsmarine im Rahmen des „Unternehmens Hannibal“ bis zu zweieinhalb Millionen Menschen aus Ost- und Westpreußen sowie Pommern. Dabei kamen 672 Handels- und Passagierdampfer sowie 409 Kriegsschiffe zum Einsatz. Deshalb kann man bei der Rettung über die Ostsee wohl mit Fug und Recht von der größten maritimen Rettungsaktion aller Zeiten sprechen.

Kurz nach dem Beginn der sowjetischen Winteroffensive in Ostpreußen erreichten die Panzerspitzen der 2. Weißrussischen Front das Frische Haff. Damit waren keine Flüchtlingstransporte nach Westen auf dem Landweg mehr möglich – ausgenommen über die schmale Frische Nehrung. In dieser überaus dramatischen Situation gab der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Karl Dönitz (1891–1980), am 21. Januar 1945 vermittels des Kennworts „Hannibal“ den Befehl, die beiden Unterseeboots-Lehrdivisionen in Pillau und Gotenhafen zu evakuieren. Dabei sollten die hierfür bereitgestellten Schiffe auch verwundete Wehrmachtsoldaten und Zivilisten mit an Bord nehmen, soweit dies die Lage vor Ort zuließ. Mit der Leitung des Unternehmens wurde Konteradmiral Conrad Engelhardt (1898–1973) betraut. Außerdem sorgte Dönitz für eine militärische Eskorte durch die 9. Sicherungs-Division unter Fregattenkapitän Adalbert von Blanc (1907–1976).

Für den Abtransport der Menschen aus Gotenhafen und Pillau sowie nach dem weiteren Vordringen der Russen dann auch noch aus Häfen wie Danzig, Hela und Kolberg wurden zunächst die großen Passagierdampfer verwendet, die bis dahin als Wohnschiffe für U-Boot-Fahrer gedient hatten. Dazu kamen 22 größere und 650 kleinere Frachter.
 

In dieser Größenordnung noch nicht da gewesen: Im Rahmen des „Unternehmens Hannibal“ verlassen mit Flüchtlingen und Wehrmachtsoldaten voll beladene Marinefahrzeuge den Hafen von Pillau
In dieser Größenordnung noch nicht da gewesen: Im Rahmen des „Unternehmens Hannibal“
 verlassen mit Flüchtlingen und Wehrmachtsoldaten voll beladene Marinefahrzeuge den Hafen von Pillau

 
Der erste Konvoi mit der „Robert Ley“, den beiden Afrika-Linern „Pretoria“ und „Ubena“ sowie der „Duala“ verließ Pillau am 25. Januar 1945 – mit an Bord auch 7.100 Flüchtlinge. Drei Tage später hatte die Kriegsmarine bereits 68.000 Menschen aus Ostpreußen in Sicherheit gebracht, darunter viele Königsberger, denen es noch gelungen war, sich vor der Einkreisung der Stadt nach Pillau durchzuschlagen.

Allerdings kam es am 28. Januar auch zu einem ersten Verlust, weil noch kein ausreichender Schutz gegen die sowjetischen U-Boote bestand, die den Geleitzügen auflauern sollten: K-51 unter dem Kommando von Kapitän 2. Ranges Władimir Drozdow schickte bei Bornholm den Dampfer „Viborg“ auf Grund. Kurz darauf ereignete sich dann 23 Seemeilen vor der pommerschen Küste die größte Schiffskatastrophe aller Zeiten: Am späten Abend des 30. Januar 1945 versenkte das U-Boot S-13 das Passagierschiff „Wilhelm Gustloff“, das 9.300 Menschen mit in die Tiefe riss. Dem folgte am 10. Februar ein erneuter Angriff von S-13: Im Glauben, den Leichten Kreuzer „Emden“ vor sich zu haben, ließ der Kapitän 3. Ranges Alexander Marinesko (1913–1963) zwei Torpedos auf die „Steuben“ abschießen. Diese sank daraufhin innerhalb von nur 15 Minuten südlich der Stolpe-Bank, wobei weitere 3.600 Personen ertranken.

Aufgrund dieser beiden Verluste gelangten dann endlich die U-Jäger der 11. und 12. Flottille zum Einsatz, womit die Angriffsbereitschaft der sowjetischen U-Boote auch deutlich zurückging. Trotzdem aber kam es am 16. April 1945 noch zu einer dritten, höchst opferreichen Versenkung: Nach mehreren Torpedotreffern durch das Garde-U-Boot L-3, das unter dem Kommando von Kapitän 3. Ranges Wladimir Konowalow stand, verschwand der Frachter „Goya“ derart schnell in den eisigen Fluten vor Rixhöft, dass nur 176 der 7.000 Menschen an Bord gerettet werden konnten.

Eine weitere große Gefahr für die Evakuierungstransporte bildete die britische Luftminenoffensive von Anfang 1945. In deren Verlauf warf die Royal Air Force 3.220 Minen in die westliche Ostsee, die 57 Schiffe zum Sinken brachten.

Das gravierendste Hindernis beim Abtransport der Flüchtlinge aus den eingekesselten Häfen war freilich der Mangel an geeigneten Wasserfahrzeugen. Zudem bestand Dönitz bis Ende April darauf, dass der knappe Schiffsraum zu vier Fünfteln für militärische Zwecke genutzt wurde. Deshalb starteten seine Untergebenen teilweise eigentlich verbotene Aktionen. So nahmen mindestens 40 deutsche U-Boote, die nach Westen liefen, trotz des knappen Raumes Zivilisten mit an Bord. Dabei schaffte es der Kommandant von U 3023, sagenhafte 120 „Passagiere“ in sein ohnehin überaus enges Boot zu zwängen – sogar Mütter mit Kleinkindern wurden auf diese Weise per Tauchfahrt in Sicherheit gebracht.

Das „Unternehmen Hannibal“ lief bis zur buchstäblich letzten Minute. So endeten die Transporte aus Pillau erst mit der Eroberung des Hafens durch die 39. Armee der 3. Weißrussischen Front am 25. April 1945. Und aus Hela liefen sogar noch in der Nacht vom 7. zum 8. Mai 1945 drei Schiffe aus, nämlich die Frachter „Wesenberg“ und „Paloma“ sowie der Seebäderdampfer „Rugard“. Sie brachten noch einmal 7.230 Flüchtlinge in Sicherheit, wobei die „Rugard“ einen Aufbringungsversuch von mehreren sowjetischen Torpedokuttern abwehren musste.

Insgesamt evakuierte die Kriegsmarine wohl 2,5 Millionen Menschen auf dem Seeweg, darunter 1,42 Millionen Zivilisten und hunderttausende von Verwundeten, wobei die meisten davon über den Hafen von Pillau nach Westen gelangten. Allerdings wurde eine nicht näher zu beziffernde Anzahl von Flüchtlingen nach Kurzstreckenfahrten innerhalb der Danziger Bucht dann später in Westpreußen oder Pommern von der Roten Armee überrollt und getötet. Außerdem gingen 245 der eingesetzten 1.081 Schiffe verloren, wobei aber immerhin in 190 Fällen keine Opfer zu beklagen waren. Die anderen Untergänge kosteten hingegen 35.000 Menschenleben. Damit starben also rund 1,5 Prozent derer, die über See fliehen wollten, was trotz aller Tragik eine bemerkenswerte Bilanz ist, wenn man die seinerzeitige militärische Lage und die Wettersituation bedenkt. Andererseits führte der zu späte Beginn des „Unternehmens Hannibal“ aber auch dazu, dass drei bis vier Millionen Deutsche aus den Ostgebieten unter die Herrschaft der Russen gerieten – mit fatalen Folgen für die Betroffenen.
  

Quelle:
© Preußische Allgemeine Zeitung Ausgabe 03/15 vom 17.01.2015

 

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Unternehmen Hannibal - Die Flucht über die Ostsee 1945
Quelle: www.youtube.com/watch?v=2NH2jQCDVnA - 12.01.2020

 

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